ÖAMTC: So erkennt man gefälschte Hotelbewertungen im Internet

  • 26. Mai 2014
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Das Internet hat die Suche nach dem Hotel und dieUrlaubsbuchung generell erleichtert. Damit wurden auch einige alteReisekatalog-Tricks ad acta gelegt, weil sich beispielsweise viaGoogle Maps schnell überprüfen lässt, ob ein Hotel tatsächlich inStrandnähe liegt. Ein weiterer Aspekt dieser Entwicklung sindBewertungen und Kommentare anderer Urlauber, die Transparenz schaffenund bei der Orientierung helfen können. "Aus einer aktuellen Studievon Corps...

Das Internet hat die Suche nach dem Hotel und dieUrlaubsbuchung generell erleichtert. Damit wurden auch einige alteReisekatalog-Tricks ad acta gelegt, weil sich beispielsweise viaGoogle Maps schnell überprüfen lässt, ob ein Hotel tatsächlich inStrandnähe liegt. Ein weiterer Aspekt dieser Entwicklung sindBewertungen und Kommentare anderer Urlauber, die Transparenz schaffenund bei der Orientierung helfen können. "Aus einer aktuellen Studievon Corps Touristique Austria geht hervor, dass für 63 Prozent derÖsterreicher, die im Ausland Urlaub machen, Kommentare anderer Userauf einschlägigen Webseiten wichtig sind", fasst ÖAMTC-TouristikerinMaria Renner zusammen. "Blind verlassen sollte man sich darauf abernicht, denn manche Bewertungen können manipuliert sein."

Die ÖAMTC-Touristik gibt Tipps, mit denen sich gefälschteHotelbewertungen im Internet entlarven lassen:
 
* Sehr häufig ist es möglich, sich bei einem Bewertungsportal ohnejegliche Identitätsüberprüfung anzumelden und eine Hotelkritikabzugeben. "In der Regel reicht eine E-Mail-Adresse aus, um sich zuregistrieren. Eine Mail-Adresse unter falschem Namen und Adresse istallerdings in wenigen Minuten erstellt", hält Renner fest. "SolcheBewertungsportale bieten also fruchtbaren Boden für Tricksereien."Bei Holidaycheck kann sogar ganz ohne Registrierung eine Bewertungabgegeben werden. Dafür markiert diese Plattform von sich aus dieBewertungen mit einem roten Button ("Achtung Manipulation"), wenn derVerdacht auf Betrug besteht. Bei einigen Portalen wie Booking.com undHRS können erst nach der Buchung und dem Aufenthalt Bewertungenabgegeben werden.
 
* Bei Beschreibungen, die sehr nüchtern oder nach Katalogspracheklingen, ist Skepsis angebracht. Kaum ein Urlauber wird Sätze wie"Die Hotelbar lädt zum Verweilen ein" schreiben. "Wenn man eineFormulierung seltsam findet, kann man sie in eine Suchmaschineeingeben. Findet sich eine wörtliche Übereinstimmung z. B. auf derWebseite des Hotels oder in PR-Texten, sollte man sich nicht aufdiese Bewertung verlassen", rät die ÖAMTC-Expertin.
 
* Eine sehr kurze Bewertung ist genauso verdächtig wie eineseitenlange Bewertung. Generell gilt: Je konkreter und ausführlichereine Bewertung, desto wahrscheinlicher, dass sie tatsächlich voneinem Gast geschrieben wurde. So werden Eltern beispielsweisebeschreiben, wie gut das Hotel auf die Bedürfnisse von Kindernausgerichtet ist (Ausstattung mit Hochstühlen im Speisesaal,Betreuung, Kinderpool etc.).
* Übertriebene Superlative sind auffällig. Dennoch können auchnegative Kritiken gefälscht sein. "Bewertungsportale können dazumissbraucht werden, die Konkurrenz schlechter dastehen zu lassen",erklärt die ÖAMTC-Touristikerin.
 
* Auf das Datum der Bewertungen achten. Tauchen viele Bewertungeninnerhalb eines kurzen Zeitraums auf, die alle in eine ähnlicheRichtung gehen (positiv wie negativ), ist Misstrauen angebracht.
 
* Sind die Fotos bei der Bewertung zu "perfekt" (z. B. Strand ohneMenschen, leeres Restaurant, gestochen scharfe Auflösung, etc.), istebenfalls Misstrauen angesagt: Oft lohnt sich ein kurzer Check aufder Webseite des Hotels, ob dort dieselben Fotos zu finden sind. Gibtes bei einer Bewertung gar keine Fotos oder Videos, kann dasallerdings auch verdächtig sein.
 
* Es ist hilfreich, die Identität des Bewertenden zu überprüfen:Findet man Informationen über den User bzw. kann mit ihm Kontaktaufgenommen werden?
 
* Auch der Vergleich der Bewertungen auf mehreren Portalen zahlt sichoft aus.
 
"Auch wenn User-Bewertungen im Internet eine gute Grundlage fürdie Wahl des Hotels sein können, sollten sie nicht die einzigeEntscheidungsgrundlage sein", erklärt die ÖAMTC-Expertinabschließend. "Besser, man ist ein bisschen zu vorsichtig, als manerlebt bei der Ankunft am Urlaubsort eine böse Überraschung."